Julius Evola

DIE ROTE FAHNE

Bei objektiver Erfassung des Geschichtssinnes jenseits der von einer antitraditionellen und antiaristokratischen Kultur gestalteten "Mythen" ergibt sich uns statt der gepriesenen "Evolution" ein Proze stndigen Niederganges und progressiver Verdunkelung, der eine seltsame Entsprechung findet im eddischen ragna-rkkr, der "Verdunkelung des Gttlichen", wie auch im kl-yuga, dem "dunklen Zeitalter" der antik-arischen Traditionen Indiens. Mit besonderer Deutlichkeit zeichnet sich auf sozialem und politischem Gebiet ein Gesetz ab: das Gesetz der Rckbildung der Kasten.
Die hierarchische Rangordnung, wie sie von allen groen traditionsverwurzelten Organisationen mehr oder weniger anerkannt wird, umfate im wesentlichen vier Stufen. An ihrer Spitze die Sphre einer rein geistigen Aristokratie, der die "gttlichen Knige" entsprangen, die "solaren Initiierten", welche in ihrer Wrde von "Mehr-als-Menschlichen" in den Augen aller als unwiderstehlich ber alle anderen hinaus mit dem legitimen Recht der Befehlsgewalt und Fhrerwrde bekleidet erschienen. Unter dieser stand die Sphre des Kriegeradels. An dritter Stelle kam das Besitzbrgertum, der Hndler, Landwirt und (in den Grenzen der Antike) Industrielle. Zuletzt die dienenden Klassen, die einfache unindividuierte Masse, deren natrliche Funktion die Arbeit als solche war, der in Verehrung und Unterordnung gebte Dienst an den hherstehenden Kasten, von denen sie ihre Ordnung empfingen.
Die Tatsache, das eine derartige hierarchische Verfassung oft nur unvollkommen in die historische Verwirklichung einging, bedeutet kein Hindernis dafr, da sie sich als "Schema" in den Kulturwerdegang so auffassen lt, da eben die Idee eines Niederganges der Macht von der einen zur anderen der vier groen traditionsverwurzelten Kasten zur vollen Deutlichkeit gelangt.
Die Machtepoche des "gttlichen Knigtums" verliert sich im fernen Schattenreich der Vorgeschichte, soda heute nur ganz wenige mehr um ihren wahren Sinn wissen: man hlt sie fr "Mythen", fr "Aberglauben" oder reduziert sie auf das oberflchlich-nichtssagende Schlagwort: Theokratie. Wenn nun diese ersten Gipfel gefallen sind, geht die Macht ber auf die zweite Kaste, und es zieht herauf die Epoche der "Kriegerknige". Nicht mehr eine mnnlich-geistige Aristokratie, sondern nur ein skularisierter Kriegeradel steht jetzt an der Spitze der Staaten: bis auf die letzten groen europischen Monarchien. Ein neuer Bruch kommt hinzu mit den Revolutionen und darauf folgenden Konstitutionen: auch wenn es noch Knige gibt - sie regieren wohl, aber herrschen nicht mehr. Die Macht schreitet hinab zum "dritten Stand". Vermittelst der jakobinischen Illusion des Liberalismus nimmt der moderne Kapitalismus feste Formen an, um schlielich in eine kapitalistische Oligarchie einzumnden, welche unter dem parlamentaristisch-demokratischen Regime jede Politik kontrolliert und beherrscht. Die Macht hlt so bei der dritten, der antiken Kaste der Hndler, Kaufleute, Inhaber wirtschaftlicher Reichtmer. Mit der dritten Internationale, mit de proletarischen Revolte gegen Kapitalismus und Brgertum, mit dem neuen bolschewistischen Kollektivideal kommt es nun zum letzten Zusammenbruch, zur Heraufkunft der vierten Kaste: die Macht gert auf die bloe antlitzlose Masse, die jetzt Zepter und Krone an sich reit und eine neue Universalepoche der Menschheit unter den rohen Zeichen von Sichel und Hammer zu etablieren bestrebt ist.
Damit ist das Gesetz von der Rckbildung der Kasten umrissen. Naturgem handelt es sich dabei um einen nicht nur sozialen Niedergang, sondern auch um einen solchen einer bestimmten Ethik. Whrend der "solaren" Epoche das Ideal der reinen Geistigkeit und die Ethik der Befreiung von der menschlichen Hinflligkeit eignete; whrend noch die Kriegsepoche das Ideal des Heroismus, des Sieges, der Herrschaft und die aristokratische Ethik der Treue und Ehre hochhielt - so heit in der Epoche der Hndler das Ideal Reichtum, reine Wirtschaft (Prosperity), Wissenschaft als Werkzeug technisch-industrieller Ausbeutung und neuen Gewinnes, bis dann mit der Heraufkunft des Sklaventums das Ideal des unpersnlichen stumpfen Dienstes an dem sozialisierten Kollektivwesen und das universelle Proletarierideal der Arbeit aufbricht, begleitet von der Herabwertung jeder hhergearteten Bettigungsform zu dem Zerrbild der "Arbeit".
Im Zusammenhang damit ist noch eine andere Tatsache festzustellen: die Herabwertung der Symbole. Symbole fr die uraltehrwrdige Idee des "gttlichen Knigtums" werden Wahrzeichen der Demagogie: die "triumphierende Sonne" der arischen Vorzeit wird zur "Sonne der Zukunft"; das "Rot" des kaiserlichen Purpurs und der kniglichen Wahrzeichen wird von der "roten Fahne" des Sozialismus und Kommunismus gestohlen und flattert ber den letzten Revolten; sogar das Geheimzeichen des Mikrokosmos, der Herrscher-Mensch, "Inbegriff aller Mchte", symbolisiert im fnfzackigen Stern, wird Emblem des "allmchtigen Tiers" der bolschewistischen Proletarierzivilisation, Seite an Seite mit Sichel und Hammer. All dies ist ungemein lehrreich fr denjenigen, der den tieferen Sinngehalt der Geschichte erfassen will. Die Usurpation erfat auf geheimen Wegen sogar die Ebene der Sinnbilder.
So geschieht es denn heute, da das Symbol der Sonne, die rote Fahne und die Idee der Revolution selbst fr gleichbedeutende Ausdrucksformen gelten, wo doch die Sonne berall das Zeichen geheiligten Knigtums darstellte, von Indien und vom Iran bis auf gypten, Rom und die Inkas, bis auf die Kaiser unseres Mittelalters und die Knige von Frankreich; die flammende Farbe war die des rmischen Purpurs, der Kardinle, ja sogar die Farbe der Heiligen Inquisition; die Idee der "Revolution" bezeichnete in der klassischen Astronomie die Bewegung der Gestirne um den "unbeweglichen Beweger" und somit das hierarchische Prinzip selbst, die geordnete Bewegung der verschiedenen sozialen und geistigen Krfte in ihrem Gehorsam gegenber der in den wirklichen Herrschern anwesenden Kraft von oben.
Das Rote tritt immer in Verbindung auf mit der Sonnensymbolik, zur Kennzeichnung ihres Feuer-Aspekts, also ihrer mnnlichen und aktiven, zerstrerischen und reinigenden, belebenden und leuchtenden Wesensseite.
Der Kult des Feuers (den die Unwissenschaft moderner Universittswissenschaft flschlich als "naturalistischen" Kult auslegen will) war, wie bekannt, den groen arischen Kulturen und besonders ihren patrizisch-aristokratischen Ritualen eigen.
Ein "gttliches" Feuer begleitete nach der mazdischen berlieferung die Stmme der ary, der "Edlen" und durchloderte als "Kraft des Ruhms" - hvaren - die von ihnen eroberten Lande. Drei Abstufungen dieses immateriellen mystischen Feuers - flamma non urens, nach dem Wort der Lateiner - bildeten in ihrer innigen Verbindung mit einem bestimmten Blute die spezifischen "Seelen" der drei altiranischen hheren Kasten - pishtras - der athravas, der Krieger - rathaesthas - und der Herren der bebauten Erde - vstriyas-fshuyants. Gleichfalls begleitete nach der berlieferung der arischen Inder ein gttliches Feuer - agni vaisvreavas - die groen Eroberer, die in imperialem Sinne als "universale Herrscher" - chakravart - bezeichnet wurden.
Hier liegt vielleicht auch eine Beziehung nahe zwischen einer derartigen Feuersymbolik und dem Symbolismus der Umdrehung oder Revolution des allegorischen Rades um seinen unbeweglichen Mittelpunkt in Verbindung mit der schon berhrten Gegenstzlichkeit zwischen der traditionsverwurzelten und der modernen Bedeutung des Begriffes Revolution. Tatschlich bedeutet chakravart wrtlich "Dreher des Rades" - des Rades des regnum - und damit ist eben gemeint die Idee eines souvernen Prinzips der Stabilitt und Unbewegbarkeit, eines unbeweglichen Bewegers, nach dem jede niedriger geartete Ttigkeit kreist und mit seiner okkulten und unwiderstehlichen geistigen Gewalt jede Bewegung und Ordnung der von ihm abhngigen Gebilde gem ihrem richtigen Ziele bestimmt. Dieses "Rad", als "Rad des Gesetzes" erscheint nach derselben berlieferung als Vision des zur Herrschaft Vorherbestimmten: in diesem Sinne hat es auch die Bedeutung einer alles mit sich fortreienden Kraft, eines Wirbelrades, da sich zermalmend hinwegwlzt ber alles Feindliche, Niedrigere, Barbarische, "Dmonische": so dem "Feuer" gleichend, dem agn vaisvreasvas, der Eroberer.
Zur Kennzeichnung der Notwendigkeit eines dauerhaften Sieges ber die niedrigeren Elemente, nicht nur in Bezug auf tieferstehende Rassen im Gegensatz zu anderen, sondern sogar im Verhltnis zum menschenhaften Teil des Knigs selbst gegenber dem, was ihn wesenhaft zum Knig macht, wurde mit dem Knigtum das Symbol der aufgehenden Sonne verbunden, die siegreich jeden Morgen den Mchten der Finsternis trotzt, sowie das Symbol des verzehrenden und reinigenden Feuers. Und eben mit diesen in ltester Tradition verwurzelten und wesenhaft geistigen Symbolen von Sonne und Feuer steht letzten Endes das feurige Symbol der roten Farbe des kniglichen und kaiserlichen Purpurs in Verbindung: jene vom roten Banner der marxistischen Demagogie usurpierte Farbe.

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Einige Bemerkungen noch ber das Rot als kirchliche und als Farbe der Inquisition, auer als Farbe des Knigtums. Es scheint uns in dieser Hinsicht eine genauere Unterscheidung vonnten.
Unsere Betrachtungen berufen sich auf unser imperiales Mittelalter, das ein doppelt gerichtetes Bestreben aufweist. Auf der einen Seite steht die gibellinische Wahrung imperialer Autoritt, die nach ihrer Wiederherstellung drngt in jenen sakralen und bernatrlichen Bedeutungsgehalt, der einst dem vorchristlichen und nichtchristlichen Knigsgedanken zukam, der in sich sogar die Priesterwrde umfate. Auf der anderen Seite steht die welfische Wendung der Kirche, die bestrebt ist, sich zu "verrmern", in einer bergeordneten Synthese ihren blo devotionellen Charakter zu berwinden, und schlielich bis zu einem gewissen Grade sogar die knigliche und kaiserliche Funktion (welfische These der "beiden Schwerter") zu absorbieren. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn sich in der einen wie der anderen Tradition im Zustande der Vermischung und oft in abnormen Wechselbeziehungen Symbole antreffen lassen, die in Wirklichkeit ganz getrennten und unverwechselbaren geistigen Polen zugehren, denen in der Urzeit die Mondsymbolik einerseits, die Sonnensymbolik andererseits entsprach.(1)
Rot, die Knigsfarbe, tritt uns deshalb berall in den "militanten" und Kampforganisationen des Katholizismus entgegen: in de Gesellschaft Jesu wie in der Institution der Heiligen Inquisition. Dagegen fehlt sie in den rein priesterlichen Einrichtungen. Wenn berdies der Purpur die Farbe der Kardinalswrde ist, der "Kirchenfrsten", so hindert dies nicht, da nicht das sonnenhafte Rot, sondern das mondhafte Wei den Papst kennzeichnet, das oberste Haupt der katholischen Hierarchie.
Dieser Umstand ist von unserem Gesichtspunkt aus alles eher denn bedeutungslos, denn er zhlt zu jenen, die zu einem Punkte hinleiten, der unseres Erachtens fr eine integral verstandene aristokratische Idee wesentlich ist: nmlich zum Begriff des Primats der "kniglichen" Geistigkeit ber jede Geistigkeit weiblich-"religiser" und "devotioneller" Natur.(2)
Rot ist wesenhaft die symbolische Farbe fr jene, Wei die symbolische Farbe fr diese Geistigkeit. Im traditionsverhafteten Symbolismus offenbart sich uns das Rot immer wieder als Wahrzeichen eines hheren, mnnlichen, herrschaftlichen Zustandes, als es der ist, dem das Wei entspricht. Wo immer in den historischen Kulturen wir auf eine Umkehrung dieses Verhltnisses stoen, kann ohne weiteres geschlossen werden, da hier eine Verkehrung der normalen Verhltnisse vorliegt, wie sie der traditionsverwurzelten Ordnung in ihrem reinen und absoluten Zustand eigen sind: nur als Verkehrung ist zu bewerten eine Vorherrschaft des Mondes (wei) ber die Sonne (rot), des Weiblichen ber das Mnnliche, des Lichtes (wei) ber das Feuer (rot), das doch sein erzeugendes Prinzip ist.(3)
So war im klassischen Altertum Rot die Farbe der grten oder uranischen Mysterien, Wei die der kleineren, tellurischen oder demetrischen. Im indisch-arischen Altertum bezeichnete die Sonne den "Weg des Himmels" oder "der Gtter" - devayna -, der Mond (oder die "Mutter") dagegen den der Erde und der "Ahnen" - pitr-yna - als der von den Banden der Wiedergeburt nicht Befreiten.
Eine analoge Unterscheidung kann bis zu einem gewissen Grade sogar im Christentum aufgewiesen werden, sei es in der rtselvollen Wandlung von "Wasser" (wei) in "Wein" (rot) auf der Hochzeit von Kanaan, sei es in dem ebenso rtselhaften Versprechen einer "Taufe aus Feuer und Geist" (rot) jenseits der "aus Wasser" (wei). berdies erscheint die gleiche Hierarchie der Symbole, nur in weit ausgebildeteren Formen, bei der rituellen ritterlichen Investitur, in den Farben des Kleides der Neophyten. Nach dem Bade zieht der Ritter eine schwarze Jacke an zum Zeichen der Auflsung seiner niedrigen Natur, dann ein weies, die neugewonnene Reinheit symbolisierendes Kleid und schlielich ein anderes, rotes Kleid, das die hchste mnnliche Kraft symbolisiert, die sich in heldischen Tagen offenbart, im Blutopfer fr die Sache des Geistes. Diese Hierarchie der Symbole findet sich noch ausgebildeter in den Bestrebungen der sogenannten Ars Regia - Knigliche Kunst -, die als direkte Erbin der geheimen Geistigkeit des gibellinischen Mittelalters und Bewahrerin einer an das gttliche Sonnenknigtum gyptens anknpfenden Weisheit betrachtet werden darf. Die Ordnung der "Verwandlungen" tritt hier in der Aufeinanderfolge dreier symbolischer Grundfarben zutage, die bemerkenswerterweise mit den Farben der alten deutschen Reichsfahne identisch sind: zunchst das Schwarz der "Abttung" oder des "initiatischen Todes"; hierauf Wei, auch Licht, Tag, Auferstehung genannt, Symbol der Wiedergeburt; endlich Rot, die kaiserliche Farbe, als hchster Grad, als Vollendung des "Werkes", "mnnliche" und "feurige" Erfllung des "Helden", der nach einem Bad in dem "gttlichen Wasser" der vorausgehenden Initiationstufe nunmehr die "Kraft" empfngt, "Krone und Zepter", damit aber der "solaren" Unsterblichkeit teilhaftig wird, deren Sinnbild der Phnix ist (Phnix, phoinix, steht im Griechischen im Zusammenhang mit rot), der im Feuer (rot) wiederersteht.(4)
All diese Betrachtungen bekrftigen den Nachweis, da die rote Fahne als Symbol ihrerseits mit der berlieferten Symbolik des Feuers und der Sonne im Zusammenhang steht, whrend sie heute als Fahne von einer revolutionren Plebs geschwungen wird, von der "proletarischen", antlitzlosen, vaterlandslosen, gottlosen Masse, die aufgebrochen ist, den Paria zu verherrlichen und das ahrimanische Evangelium des allmchtigen, mechanisierten, materialisierten Kollektivwesens zu knden.
In alten Zeiten war dagegen diese Farbe nicht nur geistiges Sinnbild, sondern Kennzeichen auch einer sogar ber die einfach "religise" hinauffhrenden Geistigkeit. Nicht nur war sie ein aristokratisches und knigliches Symbol, sondern auch das eines verinnerlichten Adels und Knigtums, nicht nur des ueren und greifbaren. bernatrlich, nicht nur irdisch und politisch. Dieses Symbol war und ist weiter bei uns beheimatet, denn wenn auch Rot und Wei im allgemeinen in Beziehung stehen zu den beiden groen Polen der Geistigkeit, das eine zu der Aktion, das andere zu der Kontemplation, so ist doch keine andere Farbe in hherem Mae geeignet, als das Rot, eine Kultur zu versinnbildlichen, die wir der alte Okzident und eine vielleicht morgen schon unter uns aufkeimende Neukultur die Tat und nicht die Betrachtung als hchsten Wert setzt, als Weg, um mnnlich, ohne Servilismen oder frmmlerischen Sentimentalismus vom bloen "Leben" zu einem "Mehr-als-Leben" zu gelangen.
Wenn heute neue heilsame Wiederaufbaukrfte gegen die dunklen Mchte des "modernen" sozialen Niedergangs am Werke sind, so scheint also die Stunde gekommen, um endlich auch allen Usurpationen die Spitze abzubrechen. Es ist Zeit, die Verflschungen und Verkehrungen anzuprangern, denen unsere uralten aristokratischen Symbole mit der Heraufkunft der niedrigst gearteten Menschlichkeitsschichten zur Macht unterworfen worden sind. Jedes Ding kehre auf den ihm vorgezeichneten Ort zurck.
In Italien entstehen Symbole zu neuem Leben, die auch den ltesten germanischen Traditionen eigen waren: der Adler der Legionen findet seine Entsprechung im Adler Odhins, und das rutengebndelte Beil in dem der urnordischen Eroberer. Ist es ein bloer Zufall, da in deutschen Landen die nationale Bewegung in ihrem gegenrevolutionren Sieg und ihrer Wiederaufwertung traditionsgeheiligter Werte verwandte Symbole wiedereingesetzt hat? Die alte deutsche, nunmehr endlich wieder ans Licht gezogene deutsche Fahne entspricht, wie bereits angedeutet, mit ihren drei Farben Schwarz, Wei und Rot in ihrem tieferen Bedeutungsgehalt den drei Phasen "solarer" Vollendung der mittelalterlichen Geheimtraditionen. Und das siegreich neben ihr flatternde nationalsozialistische Banner, hat es nicht nur das Rot den usurpatorischen Hnden des Marxismus entrissen, um es zu reinigen mittels des Urzeichens der Sonne und der "aus-sich-brennenden-Flamme": des Hakenkreuzes?


Anmerkungen:

  1. Wir verweisen zur restlosen Aufklrung dieses Punktes auf die Abhandlung: "Die Unterwelt des christlichen Mittelalters", die im Juli- und September-Heft 1933 der "Europischen Revue" (Berlin) erschienen ist.
  2. In Bezug auf ein solches Primat knnten wir z. B. den Vorrang der "kniglichen Religion" Melkisedeks gegenber Abraham erwhnen. Im Mittelalter traten oft Knigsgestalten eben mit der Symbolik Melkisedeks in Verbindung.
  3. Die in Frage stehende Umkehrung der Werte ist den alten matriachalischen und tellurischen Sdkulturen eigen; und gerade im Kampf gegen sie, gegen ihre Kulte, ihre sittlichen, staatlichen und Rechtsbegriffe, haben die groen vaterrechtlichen und von uranisch-solaren Kulten beseelten arischen Kulturen feste Gestalt angenommen.
  4. Der Darstellung und Auslegung solcher Lehre ist mein Buch "La Tradizione Ermetica" (Bari, 1931) gewidmet.

(aus: Der Ring (Berlin), 6. Jg., Nr. 52 vom 29. 12. 1933, S. 837ff.)



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